„Pakt für den Sport“ mit der Landesregierung vorerst gescheitert"

Die CDU-Landtagsabgeordneten Kirstin Korte und Friedhelm Ortgies rufen SPD und Grüne zu mehr Verlässlichkeit auf

Als „schwere Belastung für die Arbeit der Sportvereine und Sportverbände in der hiesigen Region“ bezeichnen die CDU-Landtagsabgeordneten für Minden-Lübbecke, Kirstin Korte und Friedhelm Ortgies, die von der rot-grünen Landesregierung vorgesehene Kürzung der Mittel für den Landessportbund Nordrhein-Westfalen. In diesem Dachverband sind die Vereine des Breitensports organisiert. Jetzt ist bekannt geworden, dass die Landeszuschüsse bereits für das Jahr 2013 um eine Million Euro gekürzt und die Lotterieerlöse um zwei Millionen Euro reduziert werden. „Trotz vieler wortreicher Zusagen ist klar: Rot-Grün hat die mit dem »Pakt für den Sport« gegebenen Zusagen gegenüber der Spitzenorganisation nicht eingehalten“, ziehen Korte und Ortgies ihr eindeutiges Fazit.

Auch im Mühlenkreis bleibt diese Ankündigung nicht ohne Auswirkung. So machten die Überweisungen des Landessportbundes an den Kreissportbund Minden-Lübbecke mit 177.000 Euro allein im Jahr 2012 knapp die Hälfte dessen Budgets aus (47,9 Prozent). Ein Teil dieser Gelder (2012: 33.500 Euro, 9 Prozent des Gesamtbudgets) wird auf Basis des Kinder- und Jugendförderplan des Landes Nordrhein-Westfalen (KJFP) bereitgestellt und ist bis 2015 gesichert, aber die verbleibenden Fördermittel aus dem Landesjugendplan (143.500 Euro in 2012, 38,8 Prozent des Gesamtbudgets) sind damit drohenden Kürzungen ausgesetzt.
 
„Mit diesen Mitteln werden wichtige Aufgaben im Kreissportbund und auch in den Stadt- und Gemeindesportbünden erst möglich gemacht“, unterstreicht Ortgies die Bedeutung dieser Einrichtungen. „Daran hängen Arbeitsplätze und vor allem auch zahlreiche Fördermaßnahmen, die die Ehrenamtlichkeit im Sport aufrechterhalten und stärken.“ Korte kritisiert die fehlende Verlässlichkeit der Regierungsparteien: „Wenn die Landesregierung einen lebendigen und attraktiven Breitensport will, darf sie diesem nicht einfach die zugesagte Unterstützung entziehen.“ Selbst wenn die Mindereinnahmen in 2013 noch anderweitig aufgefangen werden könnten, versetze man den Breitensport in Nordrhein-Westfalen spätestens im kommenden Jahr in eine schwierige Situation.
 
Die CDU-Politiker fordern die hiesigen rot-grünen Koalitionsabgeordneten auf, sich für eine zuverlässige Förderung des Landessportbundes zu engagieren. „Im Landtagswahlkampf stellten sich SPD und Grüne demonstrativ an die Seite der Sportverbände“, so Ortgies. „Die Sportvereine hier vor Ort, aber auch der Landessportbund mussten im guten Glauben davon ausgehen, dass die Bedeutung ihrer Arbeit auch nach der Wahl von SPD und Grünen anerkannt wird.“ Dabei sei schon vor der Landtagswahl die generell schwierige finanzielle Lage des Landes offenkundig gewesen.
 
Aus Sicht von Kirstin Korte und Friedhelm Ortgies müssen im NRW-Landeshaushalt deshalb andere Prioritäten gesetzt werden: „Insgesamt kann es nicht mehr Geld geben. Aber anstatt in reine Prestigeprojekte zu investieren, muss sich der Breitensport auf wirksame Förderung verlassen können.“ Die Kürzung der Fördermittel könne rückgängig gemacht werden, wenn die Schwerpunkte im Haushalt entsprechend verlagert werden. „Das wäre das richtige Signal an den Breitensport und die vielen Ehrenamtlichen, die auch bei uns im Mühlenkreis mitarbeiten.“ Der Kreissportbund Minden-Lübbecke repräsentiert nach eigenen Angaben rund 500 Sportvereine mit mehr als 125 000 Aktiven aus dem ganzen Kreisgebiet.
 
Den Worten des Landessportbundes sei im Übrigen nichts hinzuzufügen. In einem Schreiben an dessen Mitgliedsorganisationen heißt es wörtlich: „Unser Vertrauen in die Landesregierung als verlässlicher Förderer und Partner für die Sportentwicklung in Nordrhein-Westfalen ist angesichts dieser Entwicklung deutlich gestört.“

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