Antwort der Landesregierung auf Kleine Anfrage der heimischen Landtagsabgeordneten Kirstin Korte und Friedhelm Ortgies zum Ausbau des Fachhochschulstandortes Minden

Angesichts der hohen Nachfrage an Studienplätzen am Fachhochschulstandort Minden und der Unterstützung der heimischen Wirtschaft zur Ausweitung der Zahl von Studienplätzen und der erreichbaren Abschlüsse am Mindener Standort haben Kirstin Korte und Friedhelm Ortgies MdL nachfolgende Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt:

 

16. Wahlperiode
Drucksache 16/1026
01.10.2012
 
Datum des Originals: 01.10.2012/Ausgegeben: 02.10.2012
 
Kleine Anfrage 521
der Abgeordneten Kirstin Korte und Friedhelm Ortgies CDU
 
Ausbau des Fachhochschulstandorts Minden
 
Die nordrhein-westfälische Landesregierung aus CDU und FDP hat in ihrer Regierungszeit von 2005 bis 2010 rund 11.000 neue Studienplätze an Fachhochschulen geschaffen. Dafür gründete das Land vier neue Fachhochschulen und baute acht bestehende Fachhochschulen aus, zum Teil an neuen Standorten. Der damalige Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) unterschrieb am 6. Juli 2009 die Zielvereinbarung für den Ausbau der Fachhochschule, in deren Folge 500 neue Studienplätze in Minden entstanden.
 
Die Fachhochschule Bielefeld am Campus Minden als bestehender Standort wurde mit 500 zusätzlichen Plätzen in der Regierungszeit von CDU und FDP ausgebaut. Ein entscheidendes Kriterium für die Standortauswahl seitens der damaligen Landesregierung war neben dem Bedarf nach Studienplätzen in den Regionen die Zusage der Wirtschaft, sich für duale Studiengänge zu engagieren. Da das Studium dabei mit einer Berufsausbildung kombiniert wird, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen notwendig.
Zum Wintersemester 2012/13 sind insgesamt 1078 Studenten am Campus Minden eingeschrieben, darunter 423 Erstsemester. Im Zuge des Bewerbungsverfahrens für das Wintersemester 2012/2013 waren mit Ablauf der Frist am 15. Juli 2012 nur noch wenige Plätze in den Studiengängen Bauingenieurwesen, Projektmanagement Bau und Projektmanagement Infrastruktur/Logistik frei. Insgesamt gibt es in Minden zehn Studiengänge in den Schwerpunktbereichen Architektur und Bauingenieurwesen, Technik sowie Pflege und Gesundheit. Die technischen Studiengänge werden weitgehend praxisintegriert angeboten, also mit abwechselnden Praxisphasen in Unternehmen und Theoriephasen an der Fachhochschule. Im dualen Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege arbeiten die Studierenden auf einen Bachelorabschluss neben ihrer Berufsausbildung hin.
 
Die Kapazitäten in Minden sind angesichts der Vielzahl von Bewerbungen als ausgeschöpft anzusehen (siehe Mindener Tageblatt vom 18. September 2012) und aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs im Jahr 2013 wird die Nachfrage an allen Fachhochschulen zusätzlich ansteigen. Die heimische Wirtschaft und Institutionen wie die Industrie- und Handelskammer setzen sich für eine Ausweitung der Zahl von Studienplätzen und der erreichbaren Abschlüsse am Mindener Standort ein (siehe Mindener Tageblatt vom 30. August 2012).
 
Antwort Drucksache 16/1232
 
Ausbau des Fachhochschulstandorts Minden
 
Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin,
 
namens der Landesregierung beantworte ich die Kleine Anfrage im Einvernehmen
mit dem Finanzminister wie folgt:
 
Frage 1:
In welchem Ausmaß ist an den Fachhochschulstandorten in Nordrhein-
Westfalen, die unter der CDU/FDP - geführten Regierung neu
gegründet oder erweitert worden sind, die Sollzahl von Studienplätzen
seitdem tatsächlich in Anspruch genommen worden (bitte
genaue Zahlen nennen)?
 
Zahlen für die einzelnen Standorte liegen der Landesregierung nicht vor.
Auch für die jeweiligen Hochschulen insgesamt sind die Studierendenzahlen
für das Wintersemester 2012/13 noch nicht bekannt.
 
Frage 2:
Welche Pläne hat die Landesregierung zur Weiterentwicklung des
Fachhochschulstandorts Minden?
 
Über den im Jahr 2009 begonnenen Ausbau hinaus bestehen gegenwärtig
keine Planungen.
 
Frage 3:
Inwieweit beabsichtigt die Landesregierung die Einführung zusätzlicher
Masterstudiengänge in Minden?
 
Masterstudiengänge waren nicht in der Ausbaukonzeption vorgesehen.
Vielmehr sollen grundständige Bachelorstudiengänge für die stark ansteigende
Zahl der Studienbewerberinnen und -bewerber eingerichtet
werden. Die Fachhochschule Bielefeld kann unabhängig hiervon jederzeit
Masterstudiengänge einrichten.
 
Frage 4:
Nach welchen Kriterien wählt die Landesregierung Fachhochschulstandorte
aus, die erweitert werden sollen?
 
Das Ausbauprogramm ist auf der Grundlage einer Juryentscheidung
erfolgt.
 
Frage 5:
Inwieweit hängt die Weiterentwicklung und Finanzierung dieser
Standorte von der Erfüllung der Soll-Zahlen an Studierenden ab?
 
Das Ausbauprogramm wird wie geplant fortgeführt, da die Studierendenzahlen
weiter stark wachsen. Der volle Ausbaustand ist gegenwärtig
noch nicht an allen Standorten erreicht.
 
 
 
 

 
 

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