Bericht aus Düsseldorf und Minden-Lübbecke

Zwischen Landespolitik, Kreispolitik und Schule

Liebe Besucherinnen und Besucher,
liebe Freunde und Freundinnen,

die ersten zwei Wochen meiner Tätigkeit als Landtagsabgeordnete neigen sich dem Ende zu. Bei einem Rückblick auf die vergangenen Tage muss ich feststellen, dass mich all die Neuerungen und veränderten Abläufe doch immer noch ein bisschen erschlagen. Letzte Woche fand neben der obligatorischen wöchentlichen Fraktionssitzung auch die konstituierende Sitzung des Landtages statt. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass meine Tochter Eva mich an diesem besonderen Tag begleitet hat. Die Sitzung selbst war neben der feierlichen Eröffnung und Vereidigung der Abgeordneten von einer Vielzahl von Wahlen geprägt und zog sich über einige Stunden hin. Da ich in der laufenden Sitzungsperiode als Schriftführerin gewählt worden bin, gehörten die Stimmzählungen für die Wahlen der Landtagspräsidentin und ihrer Stellvertreter zu meinen Aufgaben. Gegen 23.00 Uhr sind wir dann mit dem Regionalexpress wieder in Minden eingetroffen.


Am nächsten Morgen nach zwei Tagen im Parlament dann wieder das Eintauchen in die mir bisher vertraute Welt Schule. Es ist zwar anstrengend aber auch schön, dass ich meine Klasse bis zum Ende ihrer 4-jährigen Grundschulzeit begleiten kann. Offiziell ruht natürlich mein „öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis“ und die Kolleginnen und Kollegen sind formal zuständig. Aber ich werde, soweit es mir die Mandatsverpflichtungen eben erlauben, die Kinder bis zum Ende des Schuljahres in knapp einem Monat begleiteten. Und es ist spannend zu erleben, wie unterschiedlich sie damit umgehen. Immerhin habe ich von einer Schülerin aus einer dritten Klasse in dieser Woche eine „Bürgeranfrage“ erhalten. In dieser Woche bin ich dann nach einem langen Tag in Düsseldorf am Mittwochmorgen mit zum Weserstadion gefahren, wo die Kinder engagiert für ihre Sportabzeichen gekämpft haben, während Lehrer und Begleitpersonal sich frierend vom Regen und kalten Wind um den organisatorischen Rahmen und die Abläufe gekümmert haben.

Der Rest der Woche bewegte sich zwischen Parlament, mit der zum Teil turbulenten Diskussion um die Milliarde für die West-LB, Teilnahme oder Leitung von Sitzungen als Kreisvorsitzende der CDU in Minden-Lübbecke auf verschiedenen Ebenen und schnöder Organisationsarbeit: das Büro in Düsseldorf ist einsatzbereit und auch die Technik kommt ans Laufen. An die Vielzahl von Sitzungsvorlagen, Berichten und Schreiben, die es zu Lesen und zu verarbeiten gilt, werde ich mich noch gewöhnen müssen.

Und dann war da ja auch noch die Presse. Das traditionelle jährliche Hintergrundgespräch mit den Chefredakteuren der wichtigsten Medien im Kreis Minden-Lübbecke stand an. Teilnehmer sind üblicher Weise die Bundestags- und Landtagsabgeordneten, sowie der oder die Kreisvorsitzende. Es ist ein informelles Gespräch, das auch dem Austausch von Hintergrundinformationen dient. Natürlich sind die Pressevertreter besonders an Personalfragen interessiert. So war es nicht verwunderlich, dass die Frage besonders interessierte, welche personellen Auswirkungen der Ausgang der Landtagswahl für die Kreispolitik und Aufstellung von Kandidaten hat. Die Antwort ist für mich klar und eindeutig: ich bin in den Landtag gewählt und werde die Interessen der Bürgerrinnen und Bürger aus meinem Wahlkreis dort vertreten. Das habe ich vor der Wahl versprochen, dazu habe ich durch den Wahlausgang die Möglichkeit erhalten und genau das werde ich jetzt tun! Das ist für mich auch eine Frage der persönlichen Glaubwürdigkeit.
Der Inhalt der Berichterstattung war in Ordnung. Befremdet hat mich nur, dass bei allen zulässigen Spekulationen in der Öffentlichkeit und durch Medienvertreter, die Meldung meines „Verzichts“ auf eine Kandidatur für das Amt des Landrats noch aus einem informellen Pressegespräch heraus per Twitter publiziert worden ist. Auch damit professionell umzugehen, werde ich lernen müssen.

In den kommenden Wochen stehen die Regierungsbildung und anschließend die Besetzung von Ausschüssen an. Es bleibt spannend!

Ihre
Kirstin Korte


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