Kirstin Korte zur Debatte über Schul-Taschenrechner:

Der Ministerin ist die Ablehnung der Sachverständigen egal

Kirstin Korte MdL
Kirstin Korte MdL
„Für uns ist das Vorgehen von Frau Löhrmann unverständlich: Noch bevor die Sachverständigen im Landtag Stellung genommen haben, hat die Ministerin laut Medienberichten bereits entschieden, dass Schülerinnen und Schüler einen grafikfähigen Taschenrechner für den Mathematikunterricht anschaffen müssen“, erklärt Kirstin Korte, Mitglied des Ausschusses für Schule und Weiterbildung im Landtag.

Die Experten, zum größten Teil Lehrer, die Erfahrung mit dem Rechner und anderen Lösungen haben, äußerten sich im Ausschuss einhellig gegen den Rechner. Er sei wenig sinnvoll im Vergleich mit anderen Möglichkeiten. Auch wurde auf die verbesserte Prüfungssicherheit von zum Beispiel Tablets verwiesen.
 
Korte: „Das voreilige Vorgehen der Ministerin ist vor diesem Hintergrund abzulehnen. Darunter dürfen aber unsere Schülerinnen und Schüler nicht leiden und die Familien dürfen auch nicht ungerechtfertigt finanziell belastet werden. Ich lehne den Einsatz von grafikfähigen Taschenrechnern im Mathematikunterricht an Gymnasien nach dem Expertengespräch aus inhaltlichen wie finanziellen Gründen ab.“
 
Bis zu 100 Euro kosten die Geräte, die durch einen Erlass in NRW zum 1. August Pflicht werden. Weil sie nicht unter den Begriff Lernmittel fallen, kann die Anschaffung für manche Familie zum Härtefall werden. „Löhrmanns Hinweis auf Finanzierungsmodelle, Börsen für gebrauchte Geräte, Ausleihe oder Unterstützung durch den Förderverein sind für mich nicht ausreichend zielführend“, kritisiert Korte – ihrer Meinung nach veraltet die Technik zu schnell. „Ich fordere, dass NRW aus dem Erlass aussteigt. Baden-Württemberg hat den Rückzieher bereits gemacht.“ Das Gerät darf übrigens später im Mathematik-Studium nicht mehr benutzt werden.

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