Gut lesbare verbundene Handschrift der Kinder am Ende der Grundschulzeit sicherstellen

Kirstin Korte MdL
Kirstin Korte MdL
Hier ein Köpfchen, da ein Schleifchen – das war gestern. An vielen Schulen ist die gute, alte Schreibschrift, wie wir sie kennen, bereits verschwunden. Der Didaktiker sagt: gut so, Schönschreiben gehört in die Kunststunde. Andere halten dagegen: es droht ein Kulturverfall. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte. Dass wir uns parlamentarisch mit dem Thema der verbundenen Schrift beschäftigten, ist hilfreich und der Sache dienlich. Die von uns geforderte Datenerhebung ist notwendig, um zu wissen in welche Richtung wir steuern wollen und welche möglichen Änderungsbedarfe definiert werden. Zu den Fakten: Der Lehrplan Deutsch für die Grundschule formuliert als Kompetenzerwartung am Ende der Klasse 4 eine flüssige, gut lesbare verbundenen Schrift. Welche Schrift, wird offen gelassen. Es gibt keine Vorgabe ob die lateinische Schrift, die Vereinfachte Schrift, die Schulausgangsschrift oder die Grundschrift, den Kindern vermittelt wird.

Sitzt diese verbundene Schrift, sollen Schüler eine eigene, ihre persönliche, Handschrift entwickeln. Dafür erhalten sie momentan allerdings wenig Unterstützung durch die Schule. Wie viel oder wie wenig bei diesem letzten Schritt von der Druck- und der Schreibschrift übrig bleibt, überprüfe bitte jeder Erwachsene an seiner eigenen Handschrift! Dazu fällt mir ein allerdings unparlamentarischer Begriff ein… Auch die Expertenanhörung am 22. April machte deutlich: Schrift ist in Teilen der Öffentlichkeit ein großes Thema geworden. Nicht zuletzt war dieses messbar am Echo nach der Anhörung. „Schreibschrift stirbt aus“ titelte die FAZ am 10. Mai 2014. Dort heißt es, dass es bis jetzt in Deutschland keine empirischen Untersuchungen zu den Folgen des Schriftwechsels gibt. In den Vereinigten Staaten und Kanada jedoch wurden Studien durchgeführt. Diese erbrachten, dass Schüler, die eine Verbundschrift beherrschen, sich Texte genauer merken und den Sinn besser erfassen können. Um ein schnelleres Schreiben zu ermöglichen, ist es hilfreich, Wörter mit Schwung aufs Papier zu bringen. Das bedeutet nicht zwangsweise, dass alle Buchstaben eines Wortes auch auf dem Papier sichtbar verbunden sein müssen. Luftsprünge finden sich in jeder ausgeschriebenen Handschrift. Der Wuppertaler Psychologe Dr. Werner Kuhmann schlussfolgert in seinem Aufsatz „Schreibdruck und Wortlänge“, dass die Schrift von Kindern in den Klassen 4 und 5 bezüglich der Lesbarkeit, der Konsistenz der Buchstaben und der Ausrichtung auf dem Blatt bei denjenigen besser ist, die zuerst eine Schreibschrift erworben haben. Zudem stellt er fest, dass für wesentliche Argumente gegen das Erlernen einer verbundenen Schrift und für das Erlernen einer modularen Schrift durch Schreibanfänger keine empirische Absicherung vorliegt. Wie schon erwähnt – jede Schule legt selbst fest, welche der 4 Schriften die Kinder lernen. Es muss durch die Schulleitung sichergestellt sein, dass am Ende der Klasse 4 die Schülerinnen und Schüler mit einer gut lesbaren, flüssig von der Hand gehenden, verbundenen Schrift die Grundschule verlassen und in ihrer weiteren Schullaufbahn davon profitieren. Die Experten in der Anhörung waren sich sicher, dass die Vermittlung einer verbundenen Handschrift Zeit und eine positive innere Einstellung der Lehrkräfte erfordert. Zusammenfassend nochmal deutlich: Die von der CDU und FDP geforderte Erhebung einer größeren Datenbasis ist notwendig, um den Erfolg beim Erlernen einer flüssigen Schrift an unseren Grundschulen feststellen zu können. Im letzten „Landtag intern“ äußerten Sie sich, liebe Kollegin Hendricks von der SPD dahingehend, dass auch Sie eine Datenerhebung für erforderlich halten. Umso erstaunter war ich im Ausschuss Ihre Ablehnung unseres Antrags zu erfahren. Mit einer Ablehnung verpasst die Landesregierung die Chance, dieses wichtige Thema anzupacken. Für uns Christdemokraten ist und bleibt die Schrift ein Kulturgut und ein Stück Persönlichkeit. Schade, dass Rot-Grün dies offensichtlich anders sieht. Es gilt das gesprochene Wort!

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