© KIRSTIN KORTE MDL

Reden

07.10.2016, 17:23 Uhr | Plenarrede vom 07.10.2016
 
Informatische Allgemeinbildung gewährleisten- Pflichtfach Informatik an allen Schulformen einführen
Informatikunterricht als Pflichtfach an unseren Schulen – das geht nicht von heute auf morgen per Mausklick.
Im Gespräch mit Kirstin Korte MdL
Plenarrede vom 07.10.2016 - Es grenzt nach derzeitigem Stand der Dinge eher an Utopie. Vielen Schulen fehlt schlicht die technische Ausstattung, von Fachlehrermangel mal ganz zu schweigen. „Kinder werden heute früh mit PCs und Internet konfrontiert, es gibt schon für sechs Monate alte Babys Software“, berichtet die Süddeutsche Zeitung am 23. Juni 2014. Und später, im Berufsleben, findet man kaum noch Branchen, die ohne Mitarbeiter mit Kenntnissen der Informationstechnologie auskommen: ob Automobil- oder Maschinenbau, Elektrotechnik, Logistik, auch Handel, der Finanzbereich ohnehin. Selbst in der Landwirtschaft stehen computergesteuerte Melkmaschinen und das ist bei Weitem dort nicht alles. Es steht außer Frage, dass unsere Schülerinnen und Schüler auf die technischen Herausforderungen vorbereitet werden müssen. Im Lehrplan für die Grundschule ist im Bereich „Zeit und Kultur“ der Schwerpunkt „Medien als Informationsmittel“ vorgesehen, ebenso sowie Mediennutzung. An der Hauptschule gibt es Informatik, an der Realschule als Wahlpflichtfach und in der Sekundarstufe II an Gymnasien und Gesamtschulen sowieso. Ich kann mir im Übrigen keine Schule vorstellen, die in ihrem Schulprogramm keine informatische Bildung festgeschrieben hat. Wie sagte eine Grundschullehrerin an einer Brennpunktschule- vor kurzem: „wischen“ auf dem Tablet können sie alle. Stift und Schere halten dagegen wenige… Wieso, liebe Piratenfraktion, muss eine neue Verpflichtung, deren Umsetzung den Schulen eine weitere Last aufbürden würde her? Warum muss immer alles zur Pflicht gemacht und reglementiert werden? Sollten wir nicht Vertrauen in die Schulen haben, die Anforderungen unserer Zeit maßvoll in den Unterricht einzubauen, im Rahmen dessen was personell und materiell möglich ist? In der Expertenanhörung am 1. Juni zu diesem Antrag haben wir von Frajo Ligmann vom Gymnasium Würselen gehört, dass dort mit sehr guter Ausstattung gearbeitet wird. Man hat dort ein verbindliches Mediencurriculum erstellt. Andererseits gibt es Gymnasien, die gerne gleichziehen würden. z.B in Gevelsberg Das geht aber nicht, weil es keinen leistungsfähigen Internetzugang gibt. Flächendeckendes W-Lan ade. Wir betrachten den Bereich informatische Bildung als Querschnittsaufgabe. In diesem Zusammenhang sehen wir die Notwendigkeit die MINT Anteile des Unterrichtes zu stärken um deren Bedeutung zu unterstreichen. Einfach mal schnell einführen lässt sich ein neues Fach nicht. Wir sollten endlich aufhören immer mehr Inhalte „mal eben“ in die Schulen zu drücken. Bevor wir über ein neues Pflichtfach reden, sollten wir uns lieber darum kümmern, bestehende Unterrichtsinhalte ohne Stundenausfall den Schülern anzubieten. Wir brauchen insgesamt mehr Lehrer. Und dann auch mit entsprechender Qualifikation. Wie sagt man so schön: Qualität vor Quantität. Grundvoraussetzung ist aus unserer Sicht mehr Mathematik, dazu ergänzend Informatik. Für uns steht nicht die Verpflichtung im Vordergrund, sondern die Qualität des entsprechenden Unterrichts. Meine Damen und Herren Piraten, Ihre Forderung lehnen wir als CDU Fraktion ab.
© KIRSTIN KORTE MDL | IMPRESSUM